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MR/15.02.2001/Steven Hawking: "Eine kurze Geschichte der Zeit", Einleitung von Carl Sagan
S. 11: "Wir bewältigen unseren Alltag fast ohne das geringste Verständnis der Welt"

"Manche beschäftigen sich nur ungern mit solchen Themen, weil sie ihnen die Grenzen des menschlichen Verstandes allzu deutlich vor Augen führen. Doch viele Teile der Philosophie und der Wissenschaft sind aus solchen Fragestellungen hervorgegangen."

Steven Hawking: S. 16:
"Der Ptolemäische Kosmos lieferte ein Modell, das hinreichend genau war, um die Positionen der Himmelskörper vorherzusagen. Doch zur präziseren Vorherbestimmung dieser Positionen musste Ptolemäus von der Voraussetzung ausgehen, dass der Mond einer Bahn folgte, die ihn manchmal doppelt so nahe an die Erde heranführte wie zu anderen Zeiten. Das wiederum bedeutete, der Mond müsste manchmal doppelt so groß erscheinen wie sonst! Ptolemäus war sich dieser Schwäche seines Systems bewusst. Dennoch wurde es allgemein, wenn auch nicht ausnahmslos, akzeptiert. Die Christliche Kirche übernahm es als Bild des Universums, da es sich in Einklang mit der Heiligen Schrift bringen ließ, denn hes hatte den großen Vorteil, dass es jenseits der Sphäre der Fixsterne noch genügend Platz für Himmel und Hölle ließ."

S. 19: "Zum Teil mag dies an der Neigung der Menschen gelegen haben, an ewige Wahrheiten zu glauben, und vielleicht ist es auch dem Trost zuzuschreiben, den sie in dem Gedanken fanden, dass sie selbst zwar altern und sterben, das Universum aber ewig und unveränderlich sei."

S. 20: "Ein Grund für einen solchen Anfang war die Überzeugung, dass man eine >>erste Ursache<< brauchte, um das Vorhandensein des Universums zu erklären. (Innerhalb des Universums erklärt man ein Ereignis immer als ursächliche Folge irgendeines früheren Ereignisses, doch das Vorhandensein des Universums ließe sich auf diese Weise nur erklären, wenn es einen Anfang hätte.)

S. 22: "Wie wir noch sehen werden, ist ein Zeitbegriff vor Beginn des Universums sinnlos. Darauf hat schon Augustinus hingewiesen. Als er gefragt wurde: Was hat Gott getan, bevor er das Universum erschuf?, erwiderte er nicht: Er hat die Hölle gemacht, um einen Platz für Leute zu haben, die solche Fragen stellen. Seine Antwort lautete: Die Zeit sei eine Eigenschaft des von Gott geschaffenen Universums und habe vor dessen Beginn nicht existiert."

S. 28: "Doch seit den ersten Anfängen ihrer Kultur haben die Menschen es nie ertragen können, das unverbundene und unerklärliche nebeneinander von Ereignissen hinzunehmen. Stets waren sie bemüht, die der Welt zugrunde liegende Ordnung zu verstehen. Nach wie vor haben wir ein unstillbares Bedürfnis zu wissen, warum wir hier sind und woher wir kommen. Das tief verwurzelte Verlangen der Menschheit nach Erkenntnis ist Rechtfertigung genug für unsere fortwährende Suche. Und wir haben dabe kein geringeres Ziel vor Augen, als die vollständige Beschreibung des Universums, in dem wir leben.

S. 77 (zur Heisenbergschen Unschärferelation): "Nur für ein übernatürliches Wesen, das den gegenwärtigen Zustand des Universums beobachten kann, ohne auf ihn einzuwirken, könnten Naturgesetze erkennbar sein, die alle Ereignisse vollständig determinieren. Doch solche Modelle des Universums sind ohne großes Interesse für uns normale Sterbliche. Wir sollten uns lieber an jenes ökonomische Prinzip halten, das als Ockhams Rasiermesser bezeichnet wird, und alle Elemente der Theorie herausschneiden, die sich nicht beobachten lassen."

S. 121: "<<Ein Schwarzes Loch hat keine Haare>>"

S. 148: "Ich hatte keine Lust, das Schicksal Galileis zu teilen, mit dem ich mich sehr verbunden fühle, zum Teil wohl, weil ich genau dreihundert Jahre nach seinem tod geboren wurde."

S. 157: "Doch nehmen wir an, es könnten sich nur in gleichmäßigen Regionen Galaxien und Sterne bilden und Bedingungen finden, die geeignet wären für die Entwicklung so komplizierter reproduktionsfähiger Geschöpfe, wie wir es sind - fähig zu der Frage: <<Warum ist das Universum gleichmäßig?>> Dies ist ein Beispiel für die Anwendung dessen, was als anthropisches Prinzip bezeichnet wird, und sich zusammenfassen läßt in dem Satz: <<Wir sehen das Universum, wie es ist, weil wir existieren.>>"

S. 164: "Die Gesamtenergie des Universums ist exakt gleich Null."

S. 168: "Diese Arbeit über Inflationstheorien zeigte, dass sich das Universum in seinem gegenwärtigen Zustand aus einer recht großen Zahl verschiedener Anfangszustände hätte entwickeln können. Das ist wichtig, weil daraus deutlich wird, dass der Anfangszustand des von uns bewohnten Teils des Universums nicht mit großer Sorgfalt ausgweählt werden musste. Deshalb können wir uns, wenn wir möchten, des schwachen anthropischen Prinzips bedienen, um zu erklären, warum das Universum heute so aussieht und nicht anders."

S. 173: "Man könnte einfach sagen: <<Die Grenzbedingung des Universums ist, dass es keine Grenze hat.>> Das Universum wäre völlig in sich abgeschlossen und keinerlei äußeren Einflüssen unterworfen. Es wäre weder erschaffen noch zerstörbar. Es würde einfach SEIN."

MR/19.02.2001/ Albert Camus: "Der glückliche Tod"
S. 43: "Heute>>, sagte er, <<habe ich begriffen, daß Handeln und Lieben und Leiden tatsächlich Leben ist, aber Leben nur, soweit man sein Schicksal in sich einläßt und es hinnimmt als den einzigen Wiederschein eines Regenbogens aus Freuden und Leidenschaften, der für alle der gleiche ist.>>"

S. 104: "<<Glaub mir, es gibt keinen großen Schmerz, keine große Reue, keine großen Erinnerungen. Man vergißt alles, die große Liebe sogar. Das ist am Leben das Traurige und zugleich Passionierende. Es gibt nur eine gewisse Art, die Dinge zu sehen, und die kommt von Zeit zu Zeit an die Oberfläche. Darum ist es trotz allem gut, wenn man eine große Liebe, eine unglückliche Liebe in seinem Leben zu verzeichnen hat. Das gibt uns wenigstens ein Alibi für die Verzweiflung, die uns ohne Grund befällt.>>"

S. 126: "In dieser Stunde, in der sein Leben ihm so fern vorkam, hatte Mersault, allein und gleichgültig allem, sogar sich selbst gegenüber, das Gefühl, daß er endlich erreicht habe, was er suchte, und daß der Friede, der ihn erfüllte, aus der geduldigen Selbstaufgabe erwachsen sei, die er erstrebt, und nun mit Hilfe dieser glutvollen Welt erreicht hatte, die ihn ohne Zorn verleugnete."

MR/25.03.2001/ George Orwell: "1984"
S. 171: Sie war für ihn ein körperliches Bedürfnis geworden, etwas, das er nicht nur brauchte, sondern worauf er auch ein Anrecht zu haben glaubte. Als sie ihm sagte, sie könne nicht kommen, fühlte er sich von ihr betrogen. Doch genau in diesem Moment wurden sie im Gewühl aneinandergedrängt, und ihre Hände fanden sich zufällig. Sie gab seinen Fingerspitzen einen raschen Druck, der nicht um Begehren, sondern um Zuneigung zu werben schien. Ihm wurde bewußt, daß beim Zusammenleben mit einer Frau diese spezielle Enttäuschung ein ganz normales, periodisch wiederkehrendes Ereignis sein musste; und plötzlich empfand er eine so tiefe Zärtlichkeit für sie wie nie zuvor."

S. 185: "Von Tag zu Tag und von Woche zu Woche weiterzumachen, eine Gegenwart auszuleben, die keine Zukunft besaß, schien ein unüberwindlicher Instinkt zu sein, so wie die Lungen immer weiter atmen würden, solange es noch Luft gab."

S. 241: "Das Buch faszinierte ihn, oder genauer gesagt, es bestärkte ihn. Es sagte ihm eigentlich nichts Neues, doch genau das machte einen Teil seiner Anziehungskraft aus. Es sprach das aus, was er gesagt haben würde, hätte er Ordnung in seine konfusen Gedanken bringen können. Das Buch stammte von einem ihm verwandten Geist, der aber unendlich viel stärker, systematischer und weniger angstgepeinigt war. Die besten Bücher, stellte er fest, sind die, die einem sagen, was man bereits weiß."

S. 265: ">>Erinnerst du dich an die Drossel, die damals am Waldrand für uns sang? << fragte er. >>Sie sang nicht für uns<< sagte Julia, >>sie sang zu ihrem eigenen Vergnügen. Ja noch nichteinmal das. sie sang einfach nur.<<"

MR/ 18.04.2001/ Albert Camus: "Der Fall"
S. 69: "Jeder sucht sich selbst in ein möglichst vorteilhaftes Licht zu setzen, sogar wenn er mit sich allein ist."

MR/28.07.2001/ Safi Nidaye: "Die Stimme des Herzens"
S. 18: "Liebe und Treue
Es gibt richtige Treue und falsche Treue. Die richtige Treue gilt der Liebe. Die falsche Treue gilt einer Form. Form ist dem Tod unterworfen; jede Form zerfällt oder zerbricht, wenn ihre Zeit gekommen ist. Deshalb ist Treue, die einer Form gilt, die falsche Treue. Sei der Liebe treu und nicht der Form; folge in allem der Stimme deines Herzens, und wenn du nicht weiterweißt, frage die Liebe um Rat."

S. 23: "Die Zeichen der Liebe sind einfach und klar. Die Liebe sagt: >>Geh!<<, die Liebe sagt: >>Komm!<<. Die Liebe sagt >>nein<< oder >>ja<<, und Du hörst ihre Stimme in deinem Herzen. Die Liebe kennt weder Zweifel noch Furcht oder Berechnung; wo Zweifel, Furcht und Berechnung herrschen, hast du den Faden der Liebe verloren."

S. 26: "Die Berührung der Liebe
Wen die Liebe streift, der sehnt sich nach ihrer Berührung. Wen die Liebe berührt, der sehnt sich nach ihrer Umarmung. Wen die Liebe umarmt, der flüchtet in Angst und Entsetzen und verbirgt sein Gesicht in den Händen. Doch sachte, sachte löst die Liebe seine Hände und führt ihn heim in ihr Königreich."

S. 28: "Wer die Ehe mißbraucht als Gefängnis, der verliert seine Freude und seinen Sinn. Das Gelübde der Ehe sei: >>Wohin du auch wächst, dorthin will ich mein Herz weiten. Wie tief dein Schmerz auch sei, ich will ihn fühlen. Wie hoch auch deine Sehnsucht reicht, ich lasse dich ihr folgen. Neigt dein Herz sich einem anderen zu, so will ich deine Liebe teilen; strebt meines nach anderen, so will ich doch niemals dich aus meinem Herzen verbannen. Ich strebe nach Wahrheit und weiß uns in der Wahrheit vereint; so bitte ich dich, meinen Weg gehen zu dürfen, wohin er auch führt, mit deinem Segen; und deinen Weg zu gehen, wohin er auch führt; meine Liebe begleitet dich. Wahrheit ist die einzige Nahrung, die unsere Liebe nährt.<<

Wahrheit ist ein guter Arzt: Der Schmerz, den er zufügt, dient der Heilung. Nicht alles anuszsprechen und unter allen Umständen die Wahrheit zu sagen, ist hier gemeint, sondern die Wahrheit zu sein. Nur auf Wahrheit kann Liebe gedeihen."

S. 39: "Das Wissen des Herzens
Das Herz weiß nicht, wie der Verstand weiß. Das Herz weiß durch Berührung; der Verstand weiß durch Distanz. Je mehr das Herz sich in der Berührung öffnet, desto mehr weiß es. Berührung entfacht nicht einen Prozess der Erkenntnis im Herzen; sondern im Herzen ist Berührung Wissen."

MR/11.08.2001/Albert Camus: "Die Pest"
S. 149: "Wenn er an einen allmächtigen Gott glaubte, würde er aufhören, die Menschen zu heilen, und diese Sorge ihm überlassen. Aber kein Mensch auf der ganzen Welt, nein, nicht einmal Paneloux, glaubte an einen solchen Gott, obwohl er daran zu glauben glaubte, denn es gebe sich ihm ja niemand völlig hin, und er, Rieux, glaubte, wenigstens in dieser Beziehung auf dem Wege zur Wahrheit zu sein, indem er gegen die Schöpfung, so wie sie sei, ankämpfte."

MR/20.08.2001/ Albert Camus: "Die Pest"
S. 186: ">>Wir werden es wissen<<, sagte Tarrou geduldig, >>wenn wir alles versucht haben<<"

MR/02.09.2001/ Albert Camus: "Die Pest"
S. 227: "Aber wenn man vier Stunden geschlafen hat, ist man nicht sentimental. Man sieht die Dinge, wie sie sind, das heißt, mit den Augen der Gerechtigkeit, der scheußlichen, lachhaften Gerechtigkeit."

S. 259: ">>Ich verstehe<<, murmelte Paneloux. >>Es ist empörend, weil es unser Maß übersteigt. Aber vielleicht sollten wir lieben, was wir nicht begreifen können.<< Rieux richtete sich mit einem Schlag auf. Mit der ganzen Kraft und Leidenschaft, deren er fähig war, schaute er Paneloux an und schüttelte den Kopf. >>Nein, Pater<<, sagte er. >>Ich habe eine andere Vorstellung von Liebe. Und ich werde mich bis in den Tod hinein weigern, eine Schöpfung zu lieben, in der Kinder gemartert werden.<<"

MR/22.09.2001/Johannes Pfeiffer: "EXISTENZPHILOSOPHIE - Eine Einführung in Heidegger und Jaspers"
S. 47: "Damit ist der Augenblick entscheident verwandelt: das Jetzt, in welchem der ganze Mensch sich selber gegenwärtig wird, hat gleichsam zwei Seiten, - eine Zeitseite und eine Ewigkeitsseite. Die im Augenblicke verdichtete Existenz ist eingespannt in das vorwärts-gerichtete Spannungsgefüge der endlichen Zeit; - gleich-ursprünglich jedoch ist sie zurück-bezogen auf die allgegenwärtige Transzendenz und als solche >>immer schon am Ziel<<: die bange Zeit steht still."

MR/06.10.2001/ Albert Camus: "Die Pest"
S. 344: "Aber er wusste auch, daß die Liebe zu einem Menschen nicht viel bedeutet, oder zumindest, daß eine Liebe niemals stark genug ist, um den ihr gemäßen Ausdruck zu finden."

"Alles, was der Mensch im Spiel der Pest und des Lebens gewinnen konnte, waren Erkenntnis und Erinnerung."

S. 345: "..., wie schwer mußte es dann sein, nur mit dem zu leben, was man weiß und an das man sich erinnert. gewiß hatte Tarrou so gelebt, und er war sich bewußt, wie unfruchtbar ein Leben ohne Illusionen ist. Es gab keinen Frieden ohne Hoffnung, und Tarrou, der den Menschen das Recht verweigerte, irgend jemanden zu verurteilen, und doch wußte, daß keiner es vermeiden konnte zu verurteilen, und daß selbst die Opfer manchmal zum Henker werden, Tarrou hatte in innerer Zerrissenheit und im Widerspruch gelebt, er hatte die Hoffnung gekannt. Ob er wohl deshalb nach Heiligkeit gestrebt und den Frieden im Dienst an den Menschen gesucht hatte?"

S. 356: Er dachte, daß es nicht darauf ankommt, ob die Dinge einen Sinn haben, sondern nur darauf, welche Antwort der Hoffnung den Menschen erteilt wird. Er wusste jetzt, welches die Antwort war, und er merkte es noch deutlicher in den ersten, beinahe verlassenen Straßen der Vorstadt. Diejenigen, die sich an das wenige, was sie waren, gehalten und nur begehrt hatten, in das Haus ihrer Liebe zurückzukehren, wurden manchmal belohnt."

Wenn es etwas gibt, das man immer ersehnen und manchmal auch erhalten kann, so ist es die liebevolle Verbundenheit mit einem Menschen."

S. 357: "Und als Rieux in Grands und Cottards Straße einbog, dachte er, es sei gerecht, daß die Freude wenigstens von Zeit zu Zeit die belohne, die sich mit dem Menschen begnügen und mit seiner armseligen, gewaltigen Liebe."

MR/8.10.2001/ Fiedrich Nietzsche: "Jenseits von Gut und Böse"
S. 25: "..., - nämlich, daß ein Gedanke kommt, wenn >>er<< will, und nicht wenn >>ich<< will,"

S. 26: "Es scheint, daß die hundertfach widerlegte Theorie vom >>freien Willen<< ihre Fortdauer nur diesem Reize verdankt - : immer wieder kommt Jemand und fühlt sich stark genug, sie zu widerlegen."

19.: (über den Willen) ... bis S. 28

S. 29: "Die wunderliche Familien-Ähnlichkeit alles indischen, griechischen, deutschen Philosophierens erklärt sich einfach genug. Gerade, wo Sprach-Verwandschaft vorliegt, ist es gar nicht zu vermeiden, daß dank der gemeinsamen Philosophie der Grammatik - ich meine dank der unbewußten Herrschaft und Führung durch gleiche grammatische Funktionen - von vornherein Alles für eine gleichartige Entwicklung und Reihenfolge der philosophischen Systeme vorbereitet liegt: ..."

S. 32: "Eine eigentliche Physio-Psychologie hat mit unbewußten Widerständen im Herzen des Forschers zu kämpfen, sie hat >>das Herz<< gegen sich: schon eine Lehre von der gegenseitigen Bedingtheit der >>guten<< und der >>schlimmen<< Triebe macht, als feine Immoralität, einem noch kräftigen und herzhaften Gewissen Not und Überdruß, - noch mehr eine Lehre von der Ableitbarkeit aller guten Triebe aus den schlimmen. ..."

05.01.2002/ Salem Matthias Riek: "Herzenslust - Lieben lernen und die tantrische Kunst des Seins"
S. 46. "Der Verstand hat all unsere Erfahrungen zusammengetragen und ausgewertet, und er rät uns das zu tun, was bislang angenehm war, und das zu meiden, was unangenehm war. Das ist in gewissen Grenzen sehr wertvoll, denn wer möchte schon immer und immer wieder auf die glühende Herdplatte fassen? Der Verstand bezieht sich aber immer nur auf die Vergangenheit und hat keinerlei Antennen für das, was hier und jetzt ist. Und oft genug beschäftigt sich der Verstand mit allerlei selbstgestrickten Sorgen, die mit der aktuellen Situation gar nichts zu tun haben. Wenn wir nur unserem Verstand vertrauen, befinden wir uns in einem Gefängnis, das uns von allem Zauber, von allen Wundern und von aller Liebe ausschließt. Wie können wir diesem Gefängnis entkommen? Wie können wir lernen, auf den Moment zu lauschen, anstatt ihn nur nach Ähnlichkeiten mit vergangenem durchzuforsten, um vernünftige Schlüsse zu ziehen? Wie können wir sein lassen, was ist?"

S. 15: "Wann immer wir bereit sind, uns selbst und den Augenblick sein zu lassen, geschieht etwas, das ich als ganz normales Wunder bezeichnen möchte."

S. 44: "Ein Wegweiser zur Liebe ist für mich der Satz >>Lieben heißt Sein-Lassen<< (>>love ist letting be<<), einen der häufig wiederholten Kernsätze von Alan Lowen."

S. 47: "Doch wenn wir in einer Begegnung riskieren, nicht zu wissen, was als nächstes geschehen soll, öffnen sich plötzlich völlig neue Türen."

MR/6.1.2002/ Salem Matthias Riek: "Herzenslust - Lieben lernen und die tantrische Kunst des Seins"
S. 80: "Paradoxerweise brauchen unsere Gefühle immer weniger Ausdruck, jem mehr Raum wir ihnen in uns selbst geben, Raum, um sie zu fühlen und anzunehmen."

S. 99: "Hindernissen begegnen wir meistens dann, wenn wir uns tiefer auf jemanden einlassen oder einlassen wollen. In konkreten, leibhaftigen Beziehungen mit anderen Menschen und am direktesten in einer Liebesbeziehung werden wir damit konfrontiert, wo und wie wir uns selbst und andere noch nicht sein lassen. Plötzlich finden wir uns in Beziehungsmustern und Verstrickungen wieder, haben Mühe, unser Bedürfnis nach Freiheit und Verbindlichkeit zusammenzubringen oder unsere ganze Wahrheit in der Beziehung mitzuteilen und zu leben."

S. 173: ">>Und das Herz unterscheidet nicht zwischen gut und schlecht. Das Herz kennt keine unterscheidungen; alle Unterscheidungen sind Sache des Verstandes. Das Herz liebt einfach ohne Unterschied. Das Herz fließt einfach, ohne alle Kategorien, ohne Urteilen. Das Herz ist unschuldig.<< (Osho)"

MR/19.01.2002/ Alan Lowen: "Das Wesen von Tantra - und der Amazonas" in connection spezial IV/96 "Tantra 97 - mit allen Sinnen erwachen"
S. 73: "Die Suche nach Liebe und die Angst vor dem Tod sind die zwei Tänze, die uns im Leben zu unserem wahren Ich drängen können. Sie rutschen durch das Verteidigungsnetz des Egos, weil wir zugeben müssen, Gefühle zu haben. Sich zu verlieben oder sterben zu müssen genügen, um uns wachzurütteln. Plötzlich können wir Schwäche zulassen, können zeigen, daß uns etwas an jemandem liegt."